Wann haben Sie Anspruch auf Entschädigungen im Falle von Flugverspätungen?

Sie haben ein Ticket für einen Flug gekauft und freuen sich natürlich darauf befördert zu werden, weil Sie nicht ohne Grund zum gewünschten Ziel fliegen bzw. gelangen wollen. Meist ist es ein Urlaub, aber oft auch der Besuch von Freunden und Familie im Ausland oder auch ein wichtiger geschäftlicher Termin. Sie gehen beim Ticketkauf natürlich davon aus, dass Sie befördert und vor allem auch rechtzeitig befördert werden. Aber was machen Sie wenn Sie nicht befördert oder sehr verspätet befördert werden? Welche Rechte und Ansprüche haben Sie in diesen Fällen? Lesen Sie jetzt weiter, um sich zu diesem Sachverhalt in Kürze zu informieren und in Zukunft immer Bescheid zu wissen.

Laut dem Europäischen – und des deutschen Gerichtshofs liegt eine enorme Verspätung dann vor, wenn Ihr Flug mindestens 3 Stunden zu spät am Ziel landet und Sie somit 3 Stunden zu spät am Zielort eintreffen. Wenn Sie beispielsweise von Berlin nach München fliegen wollen und die geplante Ankunft in München um 12 Uhr ist, Sie aber um 15 Uhr landen, dann gilt dies als enorme Flugverspätung, die entschädigungsfähig ist. Wenn Sie um 14:59 Uhr landen, haben Sie leider keinen Anspruch auf Entschädigung, weil hier die Mindestdauer von 3 Stunden Verspätung nicht eingetroffen wäre. Durch neuere Rechtssprechung hat der Europäische Gerichtshof, aber nochmals klargestellt, dass ein verspäteter Abflug noch kein Grund für eine Entschädigung ist. Wenn das Flugzeug die Verspätung in der Luft wieder aufholt, aus welchen Gründen auch immer, und man deswegen rechtzeitig landet, hat man keinen Anspruch auf Entschädigung. Es kommt also immer darauf an wie lange die Flugverspätung bei Ankunft am Zielflughafen beträgt. Als „Ankunft“ am Zielflughafen zählt dabei nicht das landen des Flugzeugs auf der Landebahn oder das Parken des Flugzeugs am Gate. Es zählt einzig und allein das Öffnen der ersten Türe des Flugzeugs. (Aktenzeichen: C-452/13)

Bei Fluggesellschaft der EU Start oder Landung im Gebiet der EU -

Bei Fluggesellschaft aus Drittstaat nur bei Abflug aus EU-Gebiet:

Die Fluggastrechteverordnung ist eine europäische Angelegenheit. Deswegen ist sie nur für Fluggesellschaften bindend, die Ihren Sitz innerhalb der EU haben. Fluggesellschaften aus „Drittstaaten“, in diesem Fall sind das Länder, die nicht der EU angehören, sind von der Verordnung nicht betroffen. Es gibt aber eine einzige Ausnahme in der auch die eben genannten Fluggesellschaften an die Fluggastrechteverordnung gebunden sind. Dieser Fall ist gegeben, wenn diese Airline von einem Flughafen auf EU-Gebiet abfliegt und dieser Flug dann verspätet am Zielflughafen (weltweit) ankommt.

Zahlungen nur fällig, wenn keine außergewöhnlichen Umständevorliegen.

Airlines sind von Zahlungen befreit, wenn sie quasi keine Schuld an der Verspätung haben. Dies ist der Fall, wenn laut Artikel 5 Abs. 3 der Fluggastrechteverordnung (261/2004/EG), außergewöhnliche Umstände vorgeherrscht haben. Zu diesen außergewöhnlichen Umständen zählen beispielsweise Naturkatastrophen und Wetterkapriolen, aber auch Streiks von unabdingbarem Personal und politische Entscheidungen bzw. Krieg. Wichtig zu beachten ist, dass die Airline dem Fluggast beweisen muss, dass die Flugverspätung aufgrund eines solchen Umstandes entstanden ist. Wenn sie dies nicht schlüssig belegen kann, ist sie schadenersatzpflichtig.

Was regelmäßig nicht als außergewöhnlicher Umstand angesehen wird, sind Planungs- und Organisationsfehler, wenn z.b. bei der Erstellung des Flugplans gepfuscht wurde. Auch technische Defekte und Verzögerungen bei Wartungen und Reparaturen der Flugzeuge sind keine außergewöhnlichen Umstände. Hier muss die Airline einfach besser planen und organisieren, damit es keine technischen Defekte gibt oder schnell Ersatz finden, falls es doch mal zu einem unvorhersehbaren Defekt kommt. Fluggesellschaften sind somit selbst dafür verantwortlich, wenn Defekte auftreten und dies ist sogar dann der Fall, wenn sie regelmäßig alle vorgeschriebenen Wartungen und Inspektionen durchführt bzw. durchführen lässt. Auch dies befreit sie nicht von Entschädigungsleistungen.

Es wurden auch schon Urteile gesprochen, die beispielsweise bekräftigen, dass auch Unfälle durch Tankwagen, oder Beladewagen beim Einladen des Gepäcks oder durch andere Flughafenmaschinerie nicht zu den außergewöhnlichen Umständen zählen. Auch die Erkrankung von Piloten und Flugpersonal oder falls Piloten durch einen Verkehrsstau zu spät am Flughafen eintreffen, zählt nicht zu diesen Umständen. Mehrere Gerichte haben dies bereits bestätigt.

Aber Airlines versuchen trotzdem immer wieder auf solche Umstände hinzuweisen, wenn man als Privatperson selbst versucht Ansprüche geltend zu machen. Airlines versuchen dann den Klagenden einzuschüchtern mit juristischen Floskeln und versuchen ihn am langen Arm verhungern zu lassen. In einem solchen Fall sollten Sie sich überlegen professionelle Hilfe zu suchen. Flugrechtportale wie beispielsweise http://flugverspaetungsrecht.de/ sind spezialisiert auf Flugverspätungen und die daraus folgenden rechtlichen Ansprüche. Durch die lange Erfahrung, die solche Portale haben, können sie einem schnell und wirkungsvoll weiterhelfen. Dort weiß man wie man mit Fluggesellschaften reden muss, damit diese möglichst schnell nachgeben und Entschädigung leisten, wozu sie ja rechtlich verpflichtet sind. Die meisten dieser Portale haben vorab einen kostenlosen Entschädigungsrechner bei dem man prüfen kann ob ein Flug zu spät kam oder nicht und nach dieser Prüfung melden sich meist Mitarbeiter und beraten einen wie man weiter vorgehen soll.

| August 12th, 2015 | Posted in Uncategorized |

Comments are closed.